Lesedauer: 9 Minuten

Dieses Buch solltest Du lesen, wenn:

  • Du magst fesselnde Geschichten, die einen Bezug zu spirituellen Themen haben.

  • Du möchtest einen Roman mit Bezug zu Reinkarnation lesen

Worum geht es in ‚Noah will nach Hause‘?

Ich habe Sharon Guskins Buch Noah will nach Hause direkt nach der Lektüre von Trutz Hardo “Ich hab schon mal gelebt – Kinder beweisen ihre Wiedergeburt” gelesen, das über 30 Fallberichte von Kindern beschreibt. Thematisch sind die Bücher also sozusagen identisch und tatsächlich ließ sich Sharon Guskin vom selben Wissenschaftler inspirieren, dessen Fallstudien Trutz Hardo zusammentrug. Ich war daher sehr auf die Umsetzung gespannt, da ich nun viele dieser Fälle kannte, sie aber auf ein erzählerisches Mindestmaß reduziert waren. In Noah will nach Hause ist das nun anders. Du hast 430 Seiten lang Zeit, um in diese Geschichte vollkommen einzutauchen. Die Kapitel sind so angeordnet, dass die auftretenden Protagonisten abwechselnd im Fokus stehen. So wird eine Spannung zwischen den Kapiteln aufrecht erhalten und machen den Lesefluss sehr angenehm. Zusätzlich hat man neben dem Kennenlernen der Charaktere zunächst damit zu tun herauszufinden, inwiefern die verschiedenen Handlungsstränge zusammenlaufen könnten. So lernen wir zu Beginn Janie kennen, eine New Yorkerin am Ende ihrer Dreißiger. Sie erweckt nicht gerade den Eindruck das im Leben gefunden zu haben, was man Erfüllung nennen könnte.

Sharon Guskin Noah will nach Hause

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Sie ist aber auch die Sorte Frau, die in der anstrengenden Funktion der fürsorglichen, alleinerziehenden Mutter diese Erfüllung finden kann. Der Umsorgte, Noah, ist ihr wirklich großes Glück. Man merkt, dass die Autorin selber Mutter ist und diese Mutterliebe in ihre Zeilen legen kann. Allerdings hat sie viel zu ertragen, da Noah eine Reihe merkwürdiger Eigenschaften hat.

Zum einen hat er die Eigenschaft, ständig zu seiner wirklichen Mutter zu wollen. Er hat panische Angst vor Wasser und er erzählt von Dingen, von denen sich niemand erklären kann, woher er sie weiß und was es damit auf sich haben könnte. Im Kindergarten sorgen beispielsweise seine Erzählungen von Harry Potter für etwas Unruhe, obwohl weder er noch seine Mutter je Harry Potter gelesen hatten. So treten immer wieder neue Details auf der Bildfläche auf, die eine Neugierde erzeugen, woher der kleine Kerl das alles wohl haben mag. Janie macht wirklich Schreckliches durch. Schon beinahe unrealistisch beachtenswert empfand ich daher ihre Ruhe und ihr Verständnis für die Ablehnung, die Noah ihr zeitweise entgegenbrachte, wenn er immer wieder danach fragt, wann er denn endlich nach Hause dürfte. Die Beschreibungen der Versuche ihn zu baden, erinnerten mich an den Versuch eine Katze zu baden. Wer das schon mal mit einer Katze versucht hat, die den Gedanken der Idee nicht geteilt hat, weiß wovon ich spreche. Das steckt sie alles weg. Es zeigt aber umso mehr ihre bedingungslose Liebe zu Ihrem Kleinen.

Dr. Jerome Anderson ist ein Psychologe, der in einer Situation die Szenerie betritt, in der ihm die Diagnose von Aphasie überbracht wird, einer degenerativen Erkrankung des Sprachzentrums. Mit anderen Worten, mit jedem Tag wird ihm aus seinem Vokabular Lexikon eine Seite entfernt, was seine Fähigkeit sich auszudrücken mittelfristig stark einschränken wird. Das kommt dem Psychiater, der noch sein Lebenswerk in einem Buch verarbeiten möchte, alles andere als gelegen. Nachdem seine geliebte Ehefrau kurz zuvor verstorben war, gab es also nichts Wichtigeres mehr, als sein Lebenswerk zu beenden, koste es, was es wolle.

Janie kommt durch Noah zum ersten Mal mit dem Thema Reinkarnation in Berührung. Dabei möchte sie das eigentlich gar nicht. Sie hatte sich mit ihrer sterbenden Mutter im Krankenhaus noch immer über esoterische Bücher und Filme lustig gemacht. Als Noah allerdings alle Ärzte durch hatte und vor der Diagnose Schizophrenie stand, war sie plötzlich genötigt, sich diesem Thema zumindest insofern zu öffnen, als sie zufällig darüber stolperte. Der Wille Noah zu helfen und die Hoffnung auf Heilung und ein normales Leben, bringen sie dazu hier einen Schritt zu wagen, den sie ansonsten niemals auch nur annähernd in Betracht gezogen hätte. Die Geschichte ist im Grunde zu keinem Zeitpunkt wirklich vorhersehbar, auch wenn man irgendwie natürlich eine Vorstellung davon hat, wohin sich die Handlung entwickeln wird. Allerdings hat man diese Vorahnung bei Filmen auch häufig und letztendlich geht es nicht nur um das Ende, sondern um den Weg dorthin. Man kennt das Schema beispielsweise aus Quentin Tarentino Filmen, in denen auch immer neue Charaktere auftauchen, mit denen man gar nicht rechnen konnte. Es ist ein ständiges Auf und Ab der Gefühle für jeden, der nach und nach in der Geschichte auftaucht. Diese Art die Gefühlswelt mitzuerleben, ist ein ganz zentraler Punkt, der “Noah will nach Hause” natürlich von den reinen Fallgeschichten himmelweit abhebt. Zu keinem Zeitpunkt fühlt sich die Geschichte unrund an. Die Fakten aus den wissenschaftlich dokumentierten Fällen, die zwischen einigen Kapiteln eingestreut sind, werden alle verarbeitet und sorgsam in die Erzählung eingeflochten.

Sharon Guskin erzählt somit auf wunderbare Weise eine amerikanische Fallgeschichte, derer man sich schon alleine kulturell näher fühlt, als einem aufbereiteten Fall eines asiatischen Kindes. Sie lässt sich Zeit, lässt die Geschehnisse reifen, zieht aber nichts unnötig in die Länge.

Was fehlt dem Buch? Wenn ich ein Haar in der Suppe finden wollte, würde ich sagen, dass mir die Einordnung in einen größeren spirituellen Kontext noch gut gefallen hätte. Allerdings ist das auch nicht das Fachgebiet der Autorin, die mit diesem Roman ihr Debüt gab. Aus diesem Grund bietet die Bibliothek des Lebens diese Zusammenhänge. 

Was zeichnet ‚Noah will nach Hause‘ besonders aus?

Die Geschichte kann entweder ein seichter Einstieg in die Thematik der Reinkarnation, besonders in Bezug auf Kinder, sein. Eine schöne Erzählung, der man gespannt folgen kann.

Welches elementare Wissen vermittelt ‚Noah will nach Hause‘?

Es vermittelt eine Vorstellung davon, was jedes Jahr in vermutlich allen Ländern der Welt passiert: Kinder erinnern sich an ein anderes Leben und stoßen damit auf einen kulturellen Filter und taube Ohren. Und dennoch wissen diese Kinder mit felsenfester Sicherheit etwas, das sie sich nicht ausreden lassen.

© Ulrike von Loeper Fotografie

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Dieses Buch gibt es auch als Hörbuch

Noah will nach Hause

Dieses Buch gibt es auch bei Thalia

Noah will nach Hause

Gelesene Ausgabe: 1. Auflage, 2016

Verlag: Allegra Verlag (mittlerweile bei Ullstein Verlag)

Als ergänzende Lektüre empfohlen

Trutz Hardo Ich hab schon mal gelebt

Kinder beweisen ihre Wiedergeburt

Es gibt viele Bücher über Reinkarnation. Häufig haben sie das Problem, dass dem kritischen Leser kein klassischer Beweis geliefert werden kann. Wie es schon Dr. Kübler-Ross in ihrem Vorwort schrieb, findet in diesem Buch jeder seinen Beweis, durch die einzigartige Kombination aus dem Wissen der Kinder und dem ergänzenden Puzzlestück, das ihre Körper oft bereithalten.

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Brian Weiss Die zahlreichen Leben der Seele

Ein anerkannter Psychologe berichtet von der Reinkarnation

Mit diesem Buch hältst Du eines der früheren Bücher in der Hand, das ein Wissenschaftler über Reinkarnation verfasst hat. Da die Worte “Wissenschaft” und “Reinkarnation” auch heute noch eher selten in einem Satz auftauchen, ist dieser Erfahrungsbericht eines international anerkannten Wissenschaftlers äußerst spannend und vertrauenswürdig.

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